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TourNatur Messe Düsseldorf 2013

Bevor wir uns das erste Mal auf die Wanderreise machten, wollten wir uns, so gut es geht, informieren. Wir wussten ja gar nichts! Dabei hatten wir sehr viele Fragen: Wie viele Kilometer schafft man zu Fuß an einem Tag? Welche Schuhe trägt man am besten? Wie viel Kilogramm Gepäck kann man auf längerer Strecke tragen? Wie kann man Ballast einsparen? Wie groß muss der Rucksack sein? Wie findet man den Weg?

Ich fand heraus, dass bald, parallel zum Caravan Salon, die „TourNatur Düsseldorf“ stattfinden würde. Die TourNatur ist eine Messe für Menschen, die nach draußen möchten und gerne zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. In der einen Halle gibt es sehr viele Aussteller, die gut in Gebiets- und anderem Informationsmaterial vorbereitet sind. Die andere Halle ist gefüllt mit Händlern, die zum Beispiel Jacken, Schuhe und Funktionswäsche, Zelte und Campingzubehör anbieten. Man kann sich über interessante Wanderregionen in Deutschland und im Ausland informieren, man kann anprobieren und ausprobieren.

Meine Neugierde kannte nun keine Grenzen mehr. Ich fragte meine Freundinnen, ob sie mich nach Düsseldorf begleiten würden. Christiane sagte zu und ich besorgte die Tickets. Zu meinem Erstaunen bezahlt man nur den Eintritt für die Messe. Man kann mit dem Messeticket zusätzlich den Caravan Salon besuchen, ohne einen Aufpreis zu zahlen. Da die Eintrittskarte auch noch gleichzeitig für die Anreise per Bahn gültig ist, habe ich Christiane das Ticket zusammen mit ein paar Informationen auf dem Weg zur Arbeit schnell in den Briefkasten geworfen.

Ein paar Tage später trafen wir uns am Bahnhof – und schon fingen unsere Reiseschwierigkeiten an! Der Zug fuhr ein und wir sprangen auf. Kurze Zeit später mussten wir schon umsteigen. Auf dem Bahnsteig fragte Christiane mich, ob ich ihr die Fahrkarte aushändigen könne, damit sie bei einer Kontrolle etwas in der Hand habe. Vor lauter Alltagsstress hatte sie zu Hause das Informationsmaterial einfach beiseite gelegt und nicht mehr beachtet. Sie hatte ja keine Ahnung, dass sich in der Mappe unter Anderem das Ticket befand.

Uns wurde heiß und kalt gleichzeitig, die Schultern zogen sich krampfartig hoch und wir sahen uns mit großen Augen an. Bei dem Zugführer suchten wir Rat. Er glaubte uns und sagte, dass es für ihn kein Problem wäre, uns zu befördern. Leider würde er aber in Kürze abgelöst und wisse nicht, ob sein Kollege auch so tolerant wäre, wie er. Wir setzten uns mutig in den Zug und hielten die Luft an, als der Zugführer sich mit seiner Ablöse auch noch direkt vor unserem Fenster kurz besprach. Die Fahrt ging weiter und wir kamen in Düsseldorf an, ohne kontrolliert worden zu sein.

Auf unsere Angespanntheit folgte nun ein riesen Lachanfall. Wie kann man nur so ein Pech und Glück auf einmal haben! Im Bahnhof in Düsseldorf machten wir einen Informationsstand für die TourNatur aus. Christiane erzählte den Hostessen, was passiert war und war sehr erstaunt, als die Damen nach kurzem Zögern einen Eintrittsgutschein unter ihrem Tisch hervorholten. Selbst die Rückfahrt war mit diesem Gutschein gesichert. Wir brauchten uns ab nun keine Sorgen mehr machen.

Jetzt mussten wir noch eine kurze Strecke mit der S-Bahn fahren. „Bald haben wir unser Ziel erreicht!“ Die nächste müssen wir raus!“ Wir griffen unsere Sachen und hüpften ausgelassen aus der S-Bahn. Niemand anderes stieg hier aus. Das konnte doch nicht sein?! Die Veranstalter der Messe rechneten mit 10 000 Besuchern und hier stiegen nur wir aus? Als ich realisierte, dass unser Ausstieg eine Haltestelle weiter sein musste, war die Bahn schon weg. Gegenüber der Haltestelle standen eine ganze Reihe schmucker Einfamilienhäuser und ich sagte: „Hier ist es aber schön!“ Christiane antwortete: „Nee, schön hier!“ und der nächste Lachanfall bahnte sich an.

Mein Rucksack, den ich extra für Infomaterial dabei hatte, ließ nur eine begrenzte Menge an Katalogen zu. Zum Glück hatte ich auch noch eine Stofftasche dabei und wir sammelten Unterlagen ohne Ende. Später wollten wir uns zu Hause noch einmal zusammen setzen und in den Katalogen schmökern. Über den Jakobsweg konnten wir leider nichts finden. Die meisten Messestände hatten einen kommerziellen Hintergrund. Es gibt so viele schöne Ecken im In- und im Ausland. Ich fragte mich, wie viele Jahre ich wohl Wandern gehen muss, um das alles genießen zu können.

Christiane griff bei den Jacken zu. Da ich sehr begeistert bin von meiner Softshell-Jacke, die Wind und Regen abhält, entschloss sie sich auch zu dieser Anschaffung. Mit dem Messerabatt war die Jacke, die sie sich ausgesucht hatte, erschwinglich. Auf dem Weg zurück zur Bahn lernten wir die erste Lektion, was es heißt, mit zu viel Gepäck zu reisen. Bei jedem Schritt hat man das Gefühl, in den Boden gestampft zu werden. Die Schultern schmerzen, das falsche Schuhwerk drückt an den Fußballen und Zehen. Wir waren froh, als wir endlich im Zug nach Hause saßen.

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Als wir an unserem Heimatbahnhof ausstiegen, war alles viel leichter. Vielleicht lag es daran, dass ich meine Stofftasche mit den ganzen gesammelten Prospekten samt Regenschirm in irgendeinem Zugabteil liegen lassen hatte. Unser Fazit lautete: Weniger Gepäck verringert den Verlust von unwichtigen Dingen!

Gerne überlegen wir nach einem gemeinsamen Tag, welcher Sinn hinter dem Erlebten steckt. Man kann das überflüssige Gepäck, den Ballast, als Alltagssorgen sehen. Mit einer positiven Lebensweise und einer gewissen Leichtigkeit hat man weniger zu schultern und erlebt eine besondere Form der Leichtfüßigkeit.

Thomas
am  18. April 2015  um  07:36

Toll gemacht weiter so.LG Thomas

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