Die Popolski-Show

-Popmusik mit Witz aus Polen: „Das ist alles nur geklaut..."-

Die Popolskis in Aktion (Bild: Thomas Moser)

Die Popolskis bezeichnen sich als Musikerfamilie aus Polen, die sich als die wahren Urheber vieler bekannter Popsongs fühlt. Anlässlich der Veröffentlichung Ihrer CD „Live in Zabrze" traten sie im Fritz-Club im Postbahnhof mit Ihrer „Popolski-Show" auf.
Die Popolski-Familie sind sieben männliche Exemplare und die "Lady in Red" Dorota. Auf der Showbühne entfaltet sich das wahre Talent der Familienband. Die Inspirationen für „ihre" Hits, wie zum Beispiel „We will rock you" oder „Born to be alive" sind in ihrer tristen polnischen Plattenbausiedlung, mit dem Besenklopfen der Nachbarin an die Decke, entstanden oder wurden von ihrem Opa komponiert. Aber auch Lieder wie „Scheene Maid", als Hommage an die Nachbarin, sind so geboren worden. Die Urfassungen der Familie klingen exotisch, dass die nachgespielten Hits zum Beispiel von Dieter Bohlen verblassen: „Dieter Bohlen, hat gestohlen, alle Hits aus Polen!" ist der Wahlspruch der Familie.
Der „alteste Bruder" Pavel bearbeitet das Schlagzeug und führt im gebrochenen Deutsch durch die zweistündige Show. Die Gruppe gönnt sich keine Pause und unterhält fulminant das altersmäßig sehr gemischte Publikum vom Anfang bis zum Ende. Der eine und andere Wodka wird auf der Bühne getrunken und auch an das Publikum ausgeschenkt. Das Schunkeln „in gleicher Richtung" im Saal klappt aber auch schon ohne Alkohol sehr gut. „Es ist sehr erstaunlich, dass in Berlin schnell auch eine ähnliche Stimmung wie im Rheinland aufkommt", äußert sich verwundert eine Frau im mittleren Alter aus Köln.
„We have a dream" wird in einer Punk-Rock-Version dargeboten, eine Bläser-Symphony geht langsam in den „Ententanz" über, Tomek, der Tiger von Zabrze, intoniert „Sex-Machine", Mirek mit seiner dreihalsigen Gitarre beeindruckt als wendiger Gitarrist genauso wie der blinde Danusz, der auf seinen Tasteninstrumenten und mit seiner soften Balladen-Stimme im satt jazzigen Sound begeistert. Die Cousins Henjek & Stenjek machen als Bläser den satten Sound der Gruppe und der „jungste Bruder" Janusz überzeugt als Familiendödel genauso wie als Rockstar mit nacktem Oberkörper.
Kein Lied wird nur einfach „nachgespielt", sondern wird auf eine sehr eigenwillige Art gekonnt interpretiert. Die gute Musik und Slapstick von der Popolski-Familie ist für jedes Fest und Konzert geeignet, in dem nicht nur die Trauer im Vordergrund stehen soll. Das Wort „Show" ist hier wirklich verdient. Hier wird polnische Lebensfreude gezeigt und Popmusik witzig auf den Arm genommen.
Die polnische Rakete fliegt „Völlig losgelöst" in den Weltraum. Zum Schluss gestehen die Musiker, die wirklich alles gegeben haben, verschämt die Urheberschaft von „Cherry, Cherry, Lady" und lassen den Song zum Rock-Event werden.
Hier war ein Stück praktizierte unverkrampfte Völkerverständigung wahrzunehmen, zumal der Großteil der Zuschauer eher dem deutschen Sprachraum zuzurechnen waren.
Die Band tingelt jetzt durch Deutsche Lande und wird am 25.5.2008 nochmal im Berliner „Fritz-Club", der in unmittelbarer Nähe am Ostbahnhof liegt, zu erleben sein.
Dieser Termin sollte schon jetzt notiert werden!
Nach dem ersten SAT 1-Auftritt werden nunmehr die Popolskis auch im WDR zu sehen sein.


Thomas Moser (auch Fotos) -BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de 

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Eintrag kommentieren

Hier klicken um sich zum Kommentieren einzuloggen




Graphical Security Code


Über mich
Tipps besonders für kulturelle Veranstaltungen in Berlin
Mehr über mich
21Publish - Cooperative Publishing