Über die BBI-Bahnanbindung - Neuester "Zwischen"-Stand - Presseschau
Wenn der neue Flughafen am 1. November 2011 öffnet, werden die Straßen dorthin lange fertig sein. Die wichtigsten Schienenwege fehlen dagegen. Für die kürzeste Bahnverbindung zwischen Berlin und BBI, die über die Dresdner Bahn durch Lichtenrade verläuft, hatte der Senat nach Anliegerprotesten das Genehmigungsverfahren vier Jahre lang nur gebremst betrieben. Seit 2004 gibt es wieder mehr Tempo. Doch wann die Genehmigung erteilt wird, sei "nicht absehbar", sagte Ralph Fischer vom Eisenbahn-Bundesamt gestern. Die Bahn habe geänderte Unterlagen nachgereicht und angekündigt, ihre schalltechnischen Untersuchungen zu überarbeiten. Wenn die Genehmigung schließlich da ist, wollen Anwohner klagen. Darum gehen Fachleute davon aus, dass dieser Schienenweg zum BBI frühestens 2015 öffnet.
Märkische Allgemeine 30.7.2008
Auf dem bestehenden Netz kann nach Angaben der Bahn aus Kapazitätsgründen aber maximal zweimal pro Stunde ein Zug zum Flughafen verkehren.
Berliner Zeitung 31.7.2008
Experten erwarten, dass der Express frühestens 2015 die Direkt-Route nutzen kann. Hämmerling: "Der Senat hat das Verfahren auch auf Betreiben Wowereits jahrelang verzögert. Lichtenrade war sein Wahlkreis."
Wowereit wohnte lange dort. Von Anfang an unterstützte er die Bürgerinitiative (BI) Dresdner Bahn, die einen Tunnel fordert - was die Deutsche Bahn (DB) und der Bund ablehnen. Aus Lichtenrader Sicht sei es "relativ egal", ob die Dresdner Bahn kommt, sagte der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende während einer BI-Veranstaltung am 16. Mai 2000. Er forderte, dass der Senat gegen den Plan, die Strecke ebenerdig zu bauen, klagen sollte. Noch am 22. Januar 2008, zum zehnjährigen Jubiläum der Bürgerinitiative, wünschte Wowereit ihr "viel Erfolg".
Markenpost.de 2.8.2008
Der schnelle Schienenanschluss des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld droht sich weiter zu verzögern. Ein Teil der Pläne zum Lärmschutz der Anwohner für den Ausbau der sogenannten Dresdner Bahn durch Berlin-Lichtenrade muss neu ausgelegt werden, wie der «Tagesspiegel» (Samstagausgabe) berichtet. Für das Verfahren, das sich bereits um mehrere Jahre verspätet hat, könnte das weitere Zeit kosten.
Bahnintern rechne man bisher damit, dass der Airport-Express auf der Dresdner Bahn nicht vor 2015 fahren kann, während der BBI-Flughafen Ende 2011 eröffnet werden soll, schreibt das Blatt weiter. Noch hoffe die Bahn aber, auch ohne die Dresdner Bahn zur Eröffnung des BBI alle 30 Minuten einen Airport-Express vom Hauptbahnhof über die Anhalter Bahn durch Lichterfelde zum BBI zu schicken. Mehr Züge könnten über diese Strecke nicht zum Flughafen fahren, weil auf den Gleisen auch Fern- und Regionalzüge unterwegs sind. Über die Dresdner Bahn solle der Airport-Express dann alle 15 Minuten fahren.
Berliner Morgenpost 3.8.2008
So müssen jetzt im Zuge der Planfeststellungsverfahren für die drei Teilabschnitte der insgesamt 14 Kilometer langen Strecke zwischen Südkreuz und Blankenfelde Pläne neu ausgelegt werden. Grund: geänderte rechtliche Rahmenbedingungen bei Schall und Erschütterung. Überdies habe die Bahn entgegen der Aussage des Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn für Berlin, Ingulf Leuschel, vom 21. April im Verkehrsausschuss noch nicht alle Unterlagen für die Planfeststellung beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, hieß es gestern von der Bürgerinitiative Lichtenrade-Dresdner Bahn. Die Initiative kämpft für einen 2700 Meter langen Tunnel für die Dresdner Bahn im Bereich des Lichtenrader Schichauwegs bis zur Landesgrenze und hat bereits drei Musterklagen angekündigt, sollten die Planfeststellungsbeschlüsse wie geplant keinen Tunnel vorsehen...
Die Bürgerinitiative, die aus Lärmschutzgründen für die Tunnellösung kämpft, hat mittlerweile "erhebliche Bedenken an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens" zum Bau der Dresdner Bahn. Der Deutschen Bahn werde ständig die Möglichkeit eingeräumt, an der Anhörungsbehörde vorbei nachzubessern, heißt es in einem Brief vom 1. August an Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), die Abgeordneten im Bauausschuss und den Fraktionschef der oppositionellen CDU, Friedbert Pflüger.
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